Privatsphäre? Nicht für unsere Rinder.

„Wenn jemand eine Reise tut/So kann er was verzählen;“ (Matthias Claudius). Wenn jemand mit Rindern verreist, hat er was zu tun.

Bevor unsere Rinder in den Hänger steigen dürfen, um zu einer Zuchtschau zu fahren müssen zahlreiche Vorschriften befolgt werden: Jeder Veranstalter verlangt eine aktuelle Amtstierärztliche Bescheinigung, die belegt, dass das Tier weder den BHV 1 noch BVD Virus in sich trägt. Das bedeutet zwei Wochen vor Abfahrt muss den Tieren Blut abgenommen werden, die Röhrchen müssen zum Hessischen Landeslabor geschickt werden und nach Rückmeldung stelllt der Amtstierarzt die Bescheinigung aus. Das Blut entnimmt die Tierärztin übrigens bei den dickfelligen Highland Catlle aus einer Vene der Schwanzunterseite (Vena caudalis mediana).

Der Veranstalter verlangt ausserdem ein ausführliches Meldeformular mit Angaben zu Abstammung, Farbe, Geburtsdatum, Ohrmarkennummer, Züchteradresse und Mitgliedsnummern des Zuchtverbandes. Am Tag der Abreise müssen wir dann die Tiere, die unseren Hof verlassen, in der zentralen Datenbank HIT (Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere) für unseren Betrieb abmelden. Der Veranstalter meldet sie dann bei Ankunft für die Veranstaltung neu an. Nach Ende der Schau werden sie wieder abgemeldet und sobald sie in Fürstenhagen wieder aus dem Hänger steigen, melden wir dies der Datenbank.

Scott und Wonne haben diese Prozedur gerade hinter sich gebracht. Am 9. März steigen beide in den Hänger und werden zum 6. Frühjahrsmarkt nach Bad Sassendorf gefahren. Während im Hintergrund Bescheinigungen und Meldeverfahren abgewickelt werden, dreht sich dann alles um Fell Bürsten, Hörner polieren, Klauen putzen, gute Körperhaltung und saubere Gangarten präsentieren.

HIT registriert alle Vorkommnisse im Leben eines Rindes sei es Geburt, Ortswechsel, Schlachtung oder Tod. Anhand der Ohrmarkennummer kann man jederzeit feststellen wo sich ein Tier aufhällt, wer es besitzt oder geschlachtet hat. Ein wasserdichtes System sollte man meinen. Es ist also einiges an krimineller Energie nötig, wenn auf dem Weg von A nach B aus einem Pferd ein Rind wird…

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0 Kommentare zu Privatsphäre? Nicht für unsere Rinder.

  1. Liesel Schöffel sagt:

    Der letzte Satz gefällt mir am meisten

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