Warum „von der Falkenau“ ?

Jede Herde hat einen Herdennamen, der wie ein Nachname Auskunft über die Herkunft des Tieres gibt.  „Die Herdennamen sind Markenzeichen, die dem Interessierten über den Hintergrund eines Tieres Auskunft geben. Es ist ein Unterschied, ob man als Käufer abschätzen kann, ob es sich hier um ein glückliches Zufallsprodukt handelt, oder um das durchgezüchtete Ergebnis generationslanger konsequenter Zuchtarbeit mit bestimmter bekannter Schwerpunktsetzung“, schreibt Dr. Stefan Janz.

Die Zuchtpapiere (Pedigree) enthalten die Identifikationsmerkmale wie Geburtsdatum, Geschlecht, Farbe, Ohrmarkennummer. Der zusätzliche Ausdruck eines Herdennamens – das kann auch der Nachname des Züchters sein – hinter dem Namen jedes Tieres hat den Vorteil, dass der Abstammungsnachweis über die Details hinaus weitere wertvolle Informationen bietet: liest man beispielsweise im Pedigree als Mutter-Vater den Namen „Philip“ und eine Herdbuch-Nummer, dann wird auch ein Insider nicht immer viel damit anfangen können. Das könnte Philip 08/15 sein, das könnte einer der Nachkommen dieses Philip sein und es könnte schließlich der Philip sein: „Philip of Strathallan“, ein seit Jahren auf den bedeutendsten Schauen in Schottland und England hoch prämierter Spitzenbulle, der  blutlinienmäßig in vielen Herden eingeführt ist. Sicher, das lässt sich auch anhand der Herdbuch-Nummer rekonstruieren, aber nur, wenn man den „Schlüssel“ für diese Rekonstruktion hat – z. B. das über sechzigbändige schottische Originalherdbuch.

Unsere Herde heisst „von der Falkenau“, weil Rainer Schöffel 1944 in Falkenau an der Eger, dem heutigen Sokolov, geboren wurde. Die Familie Schöffel fand nach der Vertreibung aufgrund der „Beneš-Dekrete“ in Fürstenhagen eine zweite Heimat. Die Wappen der Orte Falkenau und Fürstenhagen zieren heute die beiden Holzskulpturen von Bildhauer Benjamin Hahn am Eingang des Hofes.

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Holzskulptur von Benny Hahn am Eingang des Hofes

Sokolov (deutsch Falkenau an der Eger, bis 1948 tschechisch Falknov nad Ohří) ist eine Bezirksstadt (Okres Sokolov) im Karlovarský kraj in Nordwestböhmen mit ca. 26.500 Einwohnern. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörten das Egerland und damit auch Falkenau nicht mehr zur österreichisch-ungarischen Monarchie, sondern nach dem Willen des Versailler Vertrages zur neu gegründeten Tschechoslowakischen Republik. Während der Zeit des Nationalsozialismus war in Sokolov ein Außenlager des KZ Flossenbürg eingerichtet, dessen Insassen im Mai 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit wurden. Aufgrund der „Beneš-Dekrete“ wurde der größte Teil der deutschen Bevölkerung 1945 enteignet und vertrieben. 1948 wurde der deutsch klingende Name Falknov nad Ohří in Sokolov („Falke“ = tschechisch „Sokol“) geändert. (Quelle: Wikipedia).

Holzskulptur von Benny Hahn am Eingang des Hofes

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